Studium und Ausbildung

Sprachheilpädagogische Studiengänge können im Rheinland an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln studiert werden.

Studienangebot an der Universität zu Köln

Der Studiengang „Lehramt für sonderpädagogische Förderung“ wird mittlerweile als Bachelor- bzw. Master-Studium angeboten. Das Bachelorstudium umfasst mit einer Regelstudienzeit von 6 Semestern einen Studienumfang von 180 Creditpoints (CP). Für das Studium in den sonderpädagogischen Fachrichtungen sind insgesamt 68 CP vorgesehen, auf die beiden Unterrichtsfächer entfallen 80 SWS, auf die Bildungswissenschaften 20 CP und 12 CP sind für die Abschlussarbeit vorgesehen. Als erste Fachrichtung wird entweder der Förderschwerpunkt Lernen oder Emotionale & Soziale Entwicklung studiert. Als zweite Fachrichtung kann unter Anderem der Förderschwerpunkt Sprache gewählt werden.

Der Lehramt-Masterstudiengang (Regelstudienzeit: 4 Semester) nahm zum Wintersemester 2014/15 erstmalig Studierende auf. Hier werden weitere 38 CP in den sonderpädagogischen Fachrichtungen erworben. Neben dem Studium der Unterrichtsfächern, Bildungswissenschaften, Deutsch als Zweitsprache und der Masterarbeit ist ein Praxissemester Bestandteil des Masterstudiums, das im aktuellen Sommersemester 2015 erstmalig durchgeführt wird. Dazu kooperiert die Universität eng mit den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und den Förderschulen. Eine Kooperation findet auch mit der Inklusiven Universitätsschule Köln (IUS) statt. Die IUS ist (unter anderem) als Versuchs- und Laborschule in der Lehrerinnenausbildung, als universitäre Praxisschule, gedacht (“school is open” BildungsRaumProjekt der Humanwiss. Fak., Univ. zu Köln). In der Universität zu Köln sind eine hohe Vielfalt der Fächer und Fachdidaktiken und (durch die Heilpädagogik) auch fast alle sonderpädagogischen Fächer gegeben.

Auf das Studium folgt derzeit ein Vorbereitungsdienst („Referendariat“). Neben der Lehrtätigkeit an einer Förderschule werden wöchentliche Seminare des jeweils zuständigen Studienseminars besucht. Nähere Informationen zum Vorbereitungsdienst finden Sie unter www.zfsl.nrw.de

Seit dem WS 10/11 kann der BA-Studiengang Sprachtherapie, der zu einer Vollzulassung  der Krankenkassen führt, an der Universität zu Köln studiert werden. Im Zuge der Reakkreditierung wurde die Regelstudienzeit um ein Semester auf sieben Semester ausgeweitet und eine stärkere Gewichtung der Praxisphasen (42 CP/600 Std.) vorgenommen. Neben einem interdisziplinären Grundlagenstudium aus den Bereichen der Medizin, Sprachwissenschaft, (Heil-) Pädagogik, Soziologie und Psychologie werden allgemeine sprachtherapeutische Handlungskompetenzen (Forschungsmethoden, Qualitätsmanagement, Diagnostik, Therapiedidaktik, Beratung) und störungsbezogene Kompetenzen erworben (138 CP). Zum Abschluss des Studiums ist eine BA-Arbeit vorgesehen (12 CP). Weitere Informationen zu den Studiengang finden Sie unter https://www.hf.uni-koeln.de/36666.

Ausbau von Studienplätzen

Die Universität zu Köln ist intensiv am Ausbau von Studienplätzen für das sonderpädagogische Lehramt beteiligt, welches vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gewünscht und finanziert wird. In den kommenden drei Jahren werden dadurch jährlich ca. 165 Studierende zusätzlich am Standort Köln aufgenommen. Im Förderschwerpunkt Sprache erhöht sich die Anzahl der Studierenden von 70 auf ca. 120 Studienanfänger pro Jahr. Aufgrund dieses Mehraufwands in der Lehre wurden den beiden Lehrstühlen von Frau Prof. Dr. Stenneken und Herrn Prof. Dr. Motsch zwei zusätzliche Lehrkräfte für besondere Aufgaben zugewiesen. Auch die Nachfrage und das Interesse am BA Sprachtherapie ist nach wie vor sehr hoch, was die Bewerberzahl von über 1000 BewerberInnenn auf 25-35 Studienplätze widerspiegelt.

Aus der Forschung

Eine Weiterentwicklung sonderpädagogischer Expertise geschieht unter anderem durch Forschung. Aktuell konnten zwei weitere Forschungsprojekten an den Lehrstühlen von Prof. Dr. Motsch und Prof. Dr. Stenneken abgeschlossen werden: Das Projekt zum “Grammatikerwerb 4- bis 9-jähriger Kinder (GED)” unter der Leitung von Prof. Dr. Motsch mit drei Hauptuntersuchungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen (in Kooperation mit Prof. Dr. Lüdtke) und Baden-Württemberg (in Kooperation mit Dr. Margit Berg). Ziel dieser großen multizentrischen Studie ist die Erhebung repräsentativer, empirisch zuverlässiger Daten bezüglich des Grammatikerwerbs sprachunauffälliger, monolingual deutschsprachiger Kinder in der bislang kaum erforschten Lebensspanne zwischen dem vierten und neunten Lebensjahr. Publikationen hierzu sind in Vorbereitung.

Weiterhin ist aktuell eine Untersuchungsreihe unter der Leitung von Prof. Dr. Stenneken zu Störungen des Schriftspracherwerbs bei Grundschulkindern und jungen Erwachsenen abgeschlossen worden. Diese und weitere aktuelle Forschungsergebnisse werden in das Lehrangebot in den Studiengängen integriert und ermöglichen den Studierenden Einblicke in laufende Projekte.

Auch auf dem 1. Forschungstag des Departments Heilpädagogik im vergangenen Jahr, bei dem die aktuellen Projekte der verschiedenen Fachbereiche vorgestellt wurden, wurde die Präsenz des Forschungsbereiches Sprache deutlich. Dieser war durch die Forschungsaktivitäten der beiden Lehrstühle besonders stark vertreten.

Genauere Informationen zu den laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekten der beiden Lehrstühle können unter folgenden Links abgerufen werden: Prof. Dr. Stenneken: http://www.hf.uni-koeln.de/35836; Prof. Dr. Motsch: http://www.hf.uni-koeln.de/31284.